Die Fischabfischungen in Třeboň und Umgebung haben eine lange Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, als unter der Leitung berühmter Verwalter wie Štěpánek Netolický und Jakub Krčín das Teichsystem entstand. Das Třeboňer Land wurde zum Zentrum der böhmischen Teichwirtschaft, und die Abfischungen waren damals nicht nur Arbeit, sondern auch gesellschaftliche Ereignisse, verbunden mit Festen und Märkten. Der größte Teich Tschechiens – Rožmberk – wird bis heute traditionell von Hand mit Netzen abgefischt. Dieses alljährliche Ereignis ist eine eindrucksvolle Demonstration des Fischerhandwerks, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Heutzutage sind die Abfischungen nicht nur ein wichtiger Bestandteil der herbstlichen Arbeit der Rybářství Třeboň, sondern auch eine beliebte Touristenattraktion. Jeden Oktober finden öffentliche Abfischungen statt, die Tausende von Besuchern anziehen. Das größte Interesse gilt traditionell der Abfischung des Rožmberk-Teiches, die im Jahr 2025 vom 17. bis 19. Oktober stattfindet. Besucher können den Fischern in traditionellen Trachten bei der Arbeit zusehen, frische Fischspezialitäten probieren, lebende Fische kaufen und die unverwechselbare Atmosphäre dieses Fischerfestes erleben. Die Abfischungen in Třeboň verbinden somit Geschichte, handwerkliches Können und ein einmaliges Erlebnis für die Öffentlichkeit.